Tanzeinlagen, schmerzende Füsse, beanspruchte Stimmbänder und jede Menge gute Laune, so würde das Korbball-Team das Cannstatter Volksfest in einem Satz wohl beschreiben.
Nach den vielen guten Erinnerungen an das letzte Jahr, war schnell klar, dass die Korbballerinnen auch in diesem Jahr einen Ausflug nach Stuttgart machen. Wir haben gelernt und haben in diesem Jahr schon im Vorfeld Tische reserviert, um dann auch wirklich ins Zelt gelassen zu werden.
So versammelten sich am Samstagmorgen um 7.00 Uhr neun Damen, bereits in Dirndl und Lederhosen gekleidet, beim Schulhaus. Mit zwei Autos ging die Fahrt los. Sandra hielt alle Verkehrsregeln ein, was uns sehr positiv überraschte, gab es im letzten Jahr noch ein paar Diskussionen diesbezüglich. Auto Peugeot bewies während der Fahrt, dass man auch ohne Handy kommunizieren konnte und so wurde originell darauf hingewiesen, doch bitte ein WC-Stopp einzulegen. Als die verschollen geglaubten Anschnaller für die Gurte auch wieder gefunden wurden, konnte die Fahrt weitergehen.
In Stuttgart angekommen, luden wir Claudia auf dem Festgelände ab und der Rest fuhr weiter zum Hotel. Check-in für die Zimmer, Check-Style für die Frisur und Check-P.Pappe für den langen Abend.. Mehr dazu später.
Strammen Schrittes ging es los in Richtung U-Bahn, Tickets wurden gelöst und schon kamen wir unserem wohlverdienten ersten Mass näher. Doch es kam anders und so sassen wir in unserer U-Bahn fest, die nächste Station war aufgrund eines Brandes gesperrt, kein vorwärts- und kein rückwärts. Da hiess es Geduld haben. Unser nette Fahrer hielt uns bei Laune, gab gut gelaunt nicht nur einmal den aktuellen Stand der Dinge durch und brachte uns nach einer gefühlten Ewigkeit dann doch zurück zur letzten Haltestelle. Nach einem erneuten, zackigen Fussmarsch, den kalten Temperaturen sei Dank, kamen wir durchgefroren im Zelt bei Claudia an. Schnell wollte man ins warme Zelt huschen, doch halt. Waren auch wirklich alle schon volljährig? Der täglichen Beauty-Pflege sei Dank staunte zuerst unsere Dirndl-Schönheit aus Steckborn nicht schlecht, als sie die ID zücken musste und anschliessend staunte auch der Türsteher nicht schlecht als er den Jahrgang sah. Ein Mass und ein Hähnl später war der Schock vorüber, die mühsame Anreise vergessen, die Zehen wieder aufgetaut und der sportliche Teil des Festes konnte beginnen. Denn es wurde nicht nur geschunkelt, nein, ein Hüftschwung ist nicht gleich Hüftschwung. So wurde dieser intensiv geübt und bald klang durch das Zelt ein einheitliches „shake – Stop, shake – Stop“ und dies mit wechselnden Takten umgesetzt versprach ein anspruchvolles Trainingsprogramm.
Schon bald stand ein Zeltwechsel auf dem Programm, doch vorher vertrieben wir uns die Zeit mit Glühwein und Gesprächen mit unseren männlichen Basadinger Gspähnlis. Zum Glück war zu diesem Zeitpunkt das Thema „stundenlanges Warten in der Schlange für das Frauen WC“ bereits abgehakt, jede hatte da so ihre eigene Lösung, auf die wir nicht weiter eingehen möchten, denn die Partyband im zweiten Zelt wärmte sich schon auf und so schwärmten wir an unseren Tisch und machten uns mit den Nachbarn bekannt. Eine Mahlzeit Hähnl, Käsespätzle oder Pommes später waren wir wieder bei Kräften und nach einem Mass Radler war auch die Stimme wieder geölt.
Dass man nicht einfach mal das Zelt wechseln sollte, merkten drei Ausreisserinnen schnell, denn die Sicherheitspersonen haben auch mit charmanten, jungen Ladies aus der Schweiz kein Verbarmen. Der Plan war gut, Lage abchecken, ein kräftiger Mann im Edelweisshemd, der einen über die Abschrankung wirft und anschliessend freundlich lächeln. Doch der erste Versuch missglückte bereits, ein strammer Herr machte sich mit einem Handschuh-Schlag bemerkbar, begleitete die junge Frau zum Ausgang und sprach ein eindeutiges Hausverbot aus. Gut, Plan gescheitert, zurück ins warme heimische Zelt.
Dass an einem Oktoberfest nicht nur die Kleiderwahl wichtig war, sondern auch die Schuhwahl, musste sich gegen Schluss auch Alexandra eingestehen. Unserer Warnung zum Trotz wurden die schnittigen Schuhe montiert und ich wage zu behaupten, dass wir im nächsten Jahre ein Paar Ballerinas mehr in der Runde begrüssen dürfen. Rahel machte hingegen nicht mit schmerzenden Füssen Bekanntschaft, nein eigentlich mit ihrer ganzen rechten Körperseite. So machte sie unglücklich unfreiwillig Bekanntschaft mit Bank, Tischkante und Masskrügen und unsere Utensilien mit ein paar Spritzern Bier.
Und schon war die Zeit wieder um, die Band spielte den letzten Song und unsere Habseligkeiten wurden zusammengepackt. Alle Stülpen, Jacken und Handtaschen waren dieses Mal mit dabei, nur Sandra hatte es wohl eilig und vergass da was im Zelt… Das Fürstenberger Zelt hat nun Sandras Stimme..
Nach einem kurzen Snack schnappten wir uns drei Taxis und das Rennen war eröffnet. Da war nichts mit entspannen, in Rekordzeit fanden wir uns vor dem Hotel ein und die Zimmer konnten müde bezogen werden. Doch die Gänge waren keinesfalls leer, da sass jemand auf dem Gang und suchte wohl sein Zimmer, gut kam die Zimmerchefin Sandra und löste auch noch dieses Rätsel. Endlich Ruhe.. Ach nein, das Dirndl sollte ja noch ausgezogen werden und dass dies bei einem Reissverschluss am Rücken nicht ganz einfach war, musste auch Julia feststellen. Was tun wenn man in einem Einzelzimmer war und die Kolleginnen im anderen Haustrakt schliefen? Genau, man wartet auf dem Gang, es kamen ja bestimmt noch andere Gäste nach Hause.. Und so kam ein Retter in Lederhose und verhalf der dankbaren Julia doch noch zu ein paar Stunden Schlaf.
Am nächsten Morgen stärkten wir uns beim Frühstück und es wurde bereits wieder munter geplaudert, zumindest diejenigen, welche ihre Stimme schon wieder zurück hatten. Das Gepäck verstaut, konnte die Heimreise angetreten werden. Gegen Mittag kamen wir wieder in Basadingen an und müde aber glücklich traten alle die endgültige Heimreise an.
Ein herzliches Dankeschön an Claudia für die Organisation und an das gesamte Korbball-Team für dieses wunderbare Wochenende. Es war super!
Für das Korbball-Team
Corinne Schmid